Der Kunstmarkt und ich


Im Magazin Laserdrüse 3D, 2010

Edition 100

Mini

2010


Folienwerbung hat einen sichbaren Wandel im Stadtbild mit sich gebracht: Kleine Betriebe, die vorher nur mit Klebebuchstaben werben konnten, haben plötzlich günstige Mittel, um sich nach ihren eigenen Vorstellungen zu präsentieren. Insbesondere Imbisse, Internetcafés, Handy-Läden und Kioske fallen häufig durch große (meist wohl selbstgemachte) Beklebungen mit einem bunten Sammelsurium von Bildern und Schriften auf.
Amateur-Produktfotografie, gefundenes Bildmaterial, Gratis-Schriftarten aus dem Internet und Bildbearbeitungsfilter amalgamieren zu einer kruden more-is-more-Ästhetik, die den Dilettantismus nicht scheut, ihn oft geradezu zelebriert. Was nicht passt wird unpassend gelassen, Bilder werden verzerrt, bis sie die vorgesehene Fläche ausfüllen. Freie Flächen stellen nicht nur eine Aufforderung, sondern eine Verpflichtung dar, noch einige Ebenen an Grafik darüberzulegen. Menschen assoziieren diese überladene Folienwerbung sofort mit „billig“, und darum tasten sich auch professionelle Werber vorsichtig an dieses Erscheinungsbild heran (z.B. McFit). Die barocke, zusammengewürfelte bunte Folie auf Geschäftsfenstern mag von krude bis absurd changieren, vermittelt aber immer den Eindruck von Authentizität und Ehrlichkeit.
Mein Entwurf greift die ästhetischen Elemente dieser Folien auf.


Crashtest

HD-Video, 1:26 min

Autos aus Karton und Aluminiumfolie





Das Buch über Berlin


Wurst-Lloyd


Wunder-Bar
Schönlaterngasse 8
1010 Wien

Hält nur zum Aussteigen



Materialkunde

Collage / Zeichnung, 2008


Dein Portrait als Unterschicht



»Welches Leben? Zwischen Beruf und Berufung«
Jahresausstellung der Akademie der bildenden Künste

Kuratiert von Sabine Breitwieser

»Dein Portrait als Unterschicht« ermöglicht den erfolgreichen, dynamisch-aktiven AusstellungsbesucherInnen, ihren Sinn für Ironie unter Beweis zu stellen, in dem sie sich als bildungsferner, ungewaschener Unterschichtenprolet zeichnen lassen.

Das Wort »Unterschicht« hat die Diskussion um Armut auf eine neue, neoliberale Basis gestellt, bei der den Betroffenen die Schuld an ihrer Lage zugeschoben wird. KünstlerInnen sind laut Sozialerhebung stark armutsgefährdet.

Dein Portrait als Unterschicht

Dein Portrait als Unterschicht

Susi Krautgartner – Galerie im Schlafzimmer

Europäischer Untergrund


Öl / Papier, 2008-09, 46×52 cm

Südbahnhof Hinterland

C-Prints, 80×60 cm, 2009

für unORTnung V,  kuratiert von Veronika Barnas & Georg Schöllhammer

Die Anlagen des Südbahnhofes trennen Favoriten von den Wiener Innenbezirken. Sie übernehmen die Funktion des Linienwalls, der die Stadt Wien umgab. Aus Richtung Innenstadt kann man den Bezirk nur durch eine von drei Bahnunterführungen betreten. Die Betriebsanlagen hinter dem Bahnhof wirken wie ein Grenzstreifen, eine Art Niemandsland. Selbst bei regem Rangierverkehr scheint es hier viel ruhiger als etwa in der nahen Gudrunstraße. Alles, selbst Gebäude, die wahrscheinlich keine 30 Jahre alt sind, wirkt wie ein Relikt auslängst vergangegen Zeiten. Und das wird es auch bald sein.
Mein Streifzug ist natürlich von niemandem genehmigt. Die Regeln scheinen einfach: Wenn ich so verhalte, dass man mich ignorieren kann, wird man mich ignorieren. Hier arbeiten Eisenbahner, keine Securities. Ich frage niemanden um irgendeine Erlaubnis, denn wahrscheinlich kann man mir sowieso keine geben. Ein friedlicher Spaziergang durch die Mondlandschaft der Baustelle, entlang der Lokschuppen auf der Ostseite, bis zu den Abstellgleisen mit historischen Fahrzeugen.
Der Süd- und Ostbahnhof entstand als Provisorium und Kompromiss, und blieb immer als solcher bestehen. Zweimal wurden beide komplett neu gebaut, jedes Mal zwar mit gemeinsamer Halle, jedoch ohne auch die Gleise zusammenzulegen. Jetzt wird dieser Fehler endlich berichtigt, und auf dem bisherigen Bahnhofsgelände soll ein neuer Stadtteil entstehen. Ein neues Stück Favoriten wird baulich viel weniger von seinen Nachbarn getrennt sein. Mehrere neue Straßen sollen unter dem Bahnhof hindurchführen. Doch der nächste Fehler wird gleich mitgeplant: Die U2 soll in das neue Stadtviertel verlängert werden – aber durch das dünn besiedelte Gebiet des Arsenals. Der neue Bahnhof wird weiträumig umfahren, und bei der Gudrunstraße soll auch schon Schluss sein, gerade am Beginn der alten Bebauung durch Zinshäuser und Gemeindebauten. Schließlich will man sich den Plebs aus der Vorstadt auch weiterhin so gut wie möglich vom Leib halten.

Foto: Gregor Graf

Das Böhmische Barock

Graphit und Kugelschreiber auf Buchseiten, 2008-09

Ludwigshafen Hbf


Autokern Praterstern

Vom Niedergang einer Industrie

Pastell / Papier, 22×30 cm, 2009

Tobias Roschger / Julian Turner / Dario Wokurka
Juli 2009
Praterstern/Hauptallee, unter der S-Bahn

Endzeitprophezeihungen